In der Apotheke beraten Apotheker. Richtig? Fast richtig. Unterstützt werden sie nämlich von den PTA, den Pharmazeutisch-technischen Angestellten. Was sie neben der Beratung alles können und welche Skills sie im Fach Drogenkunde haben, erzählt Insiderin Julia heute im Interview.

Julia, du bist im zweiten Jahr deiner Ausbildung. Was ist eine PTA eigentlich?

PTAs sind echte Profis in Sachen Medikamente. Man findet sie in Apotheken, in Krankenhäusern und auch der Industrie. Im industriellen Bereich arbeiten PTAs meist in der Entwicklung und Prüfung von Arzneimitteln. In öffentlichen Apotheken sind sie in der Kundenberatung oder im Labor aktiv, stellen also auch Arzneimittel, wie Kapseln und Salben, her.

In deiner Ausbildung wirst du auch in Drogenkunde geprüft, oder? Könntest du also selbst Drogen herstellen?

Drogenkunde als Unterrichtsfach hat nichts mit Rauschmitteln zu tun. Es sind Arzneidrogen gemeint, zum Beispiel Minze oder Salbei. Das Fach ist auch im Alltag nützlich, weil man lernt, Pflanzen, die man im Garten findet, als Arznei zu nutzen. Es wäre jedoch kein lukrativer Nebenjob.

Warum hast du dich für die Ausbildung entschieden?

Es ist ganz einfach: Ich möchte helfen, etwas gegen Krankheiten zu tun. Und weil der Pflegeberuf für mich nicht in Frage kam, habe ich diesen Ausbildungsberuf gewählt. Durch die schulische Ausbildung hat man eine gute Basis – gerade für Labor-Fans ist die Ausbildung super! Nach den zwei Jahren Schule beginnt auch gleich ein Praktikum, um das theoretische Wissen live anzuwenden.

Was gefällt dir besonders an deiner Ausbildung?

Am meisten gefällt mir der Arzneimittelkundeunterricht und dass man so vieles über die verschiedenen Pflanzen, Arzneimittel und die vielfältigen Möglichkeiten, Menschen zu helfen, lernt. Die Arbeit im Labor macht mir aber auch viel Spaß, so wie die Nachweise in der Chemie, aber auch die Galenik – also die Herstellung der Präparate.

Fühlst du dich als PTA manchmal auch ein bisschen wie eine Gärtnerin, weil du alles über Pflanzen und deren Heilkräfte lernst?

Auf diese Idee wäre ich alleine nie gekommen. (lacht) Das breite Wissen über Pflanzen, ihre Inhaltsstoffe und Heilkräfte bietet uns PTAs eine gute Grundlage bei Beratungen, weil in Apotheken auch sehr viele pflanzliche Präparate verkauft werden. Aber wir lernen nicht, wie Pflanzen gezüchtet oder wie sie gepflegt werden. Zu Hause im Garten meiner Eltern hilft mir mein Know-how also nicht …

Musst du zu jedem Medikament etwas wissen?

Es gibt wirklich sehr viele Medikamente. Da ist es unmöglich, alle im Detail zu kennen. PTAs wissen aber zumindest zu jeder Medikamentengruppe etwas. Wenn man ein Medikament abgibt, sollte man auch wissen, wie man den Kunden berät. Kompliziert wird das bei Gesundheitsreformen. Wird ein Präparat neu zugelassen und die Nachfrage ist höher als erwartet, kann es zu Lieferengpässen kommen und das darf nicht passieren. Es gibt dann auch viel zu beachten, neue Richtlinien zum Beispiel.

Hast du manchmal Angst, bei alldem einen Fehler zu machen?

Natürlich bringt der Beruf eine gewisse Verantwortung mit sich. Angst habe ich aber keine. In der Schule prüfen und helfen wir uns gegenseitig und wichtige Themen werden wiederholt. In der Apotheke ist das auch so, dass sich die Mitarbeiter gegenseitig unterstützen.

Bildquelle Titelbild: Victoria 1 /Shutterstock

Pflanzen im Glas: shuttersnap/unsplash.com

Teilen: