Die Schule ist nicht immer einfach. Die Lehrer verlangen so viel von einem, die Eltern wollen, dass man jeden Morgen pünktlich aufsteht und manchmal schafft man es einfach nicht, zu lernen. Egal, wie sehr man sich anstrengt. Auch wenn sich die Lehrer, die Politiker und natürlich die Schüler selbst viel Mühe geben, dass das mit dem Schulabschluss hinhaut, klappt das leider nicht immer. Besonders Förderschüler, die ein bisschen mehr Hilfe im Unterricht brauchen, verlassen die Schule oft ohne ein Abschlusszeugnis. Obwohl die meisten von ihnen eigentlich gute Chancen auf einen Hauptschulabschluss hätten. Wenn es dann darum geht, ohne Schulabschluss einen Ausbildungsplatz zu finden, wird es leider oft schwer. Schwer heißt aber zum Glück nicht unmöglich! Wie du es schaffen kannst, auch ohne Schulabschluss eine Ausbildungsstelle zu bekommen, verraten wir dir jetzt. 

Kein Schulabschluss = keine Chance?

Zuerst die gute Nachricht: Du hast auch ohne Abschluss in der Tasche eine Chance, einen Job zu bekommen und Geld zu verdienen. Du musst dich nur ein bisschen dahinterklemmen und darfst dich nicht entmutigen lassen. Denn leider ist der Weg zum Erfolg nicht einfach.

Fangen wir aber vorne an. Im Grunde genommen hast du genau zwei Möglichkeiten, um ohne Schulabschluss an eine Ausbildung zu kommen:

  1. Du machst deinen Schulabschluss nach
  2. Du bewirbst dich ohne Abschluss

Spielen wir beide Möglichkeiten mal durch.

Wie kann ich meinen Schulabschluss nachholen?

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Schule war nicht gerade dein Hobby und du möchtest nicht wirklich dahin zurück? Dann wird es dich bestimmt freuen, zu hören, dass es einige Möglichkeiten gibt, den Hauptschulabschluss nachzuholen und dabei schon mal „richtig“ zu arbeiten. Klar, ein bisschen nebenher lernen wirst du leider trotzdem müssen, aber dein Alltag wird anders aussehen als der zu Schulzeiten. Diese Möglichkeiten hast du, eine Einstiegsqualifizierung zu machen:

Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)

Diese Maßnahme ist die richtige für dich, wenn du eigentlich noch schulpflichtig bist. Das heißt, wenn du vor deinem neunten oder zehnten Schuljahr ohne Abschluss abgegangen bist.

Das bringt es dir:

  • Du erfüllst deine Schulpflicht.
  • Wenn du dich ein bisschen anstrengst, kannst du deinen Hauptschulabschluss nachholen.
  • Dadurch dass du in verschiedene Berufe hineinschnupperst, kannst du testen, welcher Job dir wirklich liegt.
  • Indem du ein Praktikum in einem richtigen Betrieb machst, knüpfst du wichtige Kontakte.

So lange dauert es: Mindestens ein Jahr. Start des BVJ ist für gewöhnlich der 1. September.

Da kannst du es machen: An beruflichen Schulen in deiner Nähe.

So viel kostet es: Um das Berufsvorbereitungsjahr zu starten, musst du nichts bezahlen. Die Bundesagentur für Arbeit bezahlt für dein BVJ.

Das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ)

Diese Maßnahme ist die richtige für dich, wenn du zwar noch unter 17 bist, aber die vorgeschriebenen neun oder zehn Schuljahre schon hinter dir hast. Trotzdem besteht für dich bis zu deinem 18. Lebensjahr die sogenannte Berufsschulpflicht.

Das bringt es dir:

  • Du erfüllst deine Berufsschulpflicht.
  • Auch im BGJ kannst du deinen Hauptschulabschluss nachholen.
  • Im Unterricht behandelst du Themen, die dir für deine spätere Ausbildung nützlich sein können.
  • In manchen Bundesländern wird das Berufsgrundbildungsjahr als erstes Ausbildungsjahr angerechnet. Das heißt, du kannst deine Ausbildung verkürzen, weil du durch das BGJ schon besser auf den Beruf vorbereitet bist als viele andere Azubis. Das geht nicht immer, aber Nachfragen kann sich lohnen!

So lange dauert es: Mindestens ein Jahr.

Da kannst du es machen: An beruflichen Schulen.

So viel kostet es: Auch das BGJ ist für dich kostenlos, weil das Arbeitsamt die Kosten übernimmt.

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Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB)

Um an einer solchen Bildungsmaßnahme teilzunehmen, meldest du dich bei der Bundesagentur für Arbeit. Wenn du älter bist als 18 und jünger als 25 Jahre, ist die BvB (und damit ist nicht der Fußballverein gemeint ;)) ein gutes Sprungbrett für dich.

Das bringt es dir:

  • Du kannst deinen fehlenden Schulabschluss nachmachen.
  • Durch ein Praktikum (oder sogar mehrere, wenn du möchtest) kannst in unterschiedliche Berufe reinschnuppern.
  • Bewerbungstrainings gibt es gratis dazu, wenn du beim Bewerben noch Hilfe brauchst.
  • Wenn du in manchen Fächern noch nicht so gut bist, bekommst du extra Unterricht, bis der Stoff sitzt.
  • Sobald du dich entschieden hast, wo du deine Ausbildung machen möchtest, wirst du gezielt auf den Berufsstart vorbereitet.
  • Für den Fall, dass du eine intensivere Betreuung brauchst, weil dir zum Beispiel das Lernen sehr schwerfällt, gibt es einen Reha-Anschluss nur für dich.

So lange dauert es: Meistens dauern Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen zwischen 10 und 18 Monaten.

Da kannst du es machen: Das ist unterschiedlich. An beruflichen Schulen zum Beispiel, aber auch in Werkstätten und Reha-Einrichtungen.

So viel kostet es: Nichts! BvBs werden von der Bundesagentur für Arbeit komplett bezahlt. Oft bekommst du sogar noch Geld dazu. Nämlich dann, wenn du Berufsausbildungsbeihilfe oder Ausbildungsgeld beantragst.

Die Bewerbung ohne Schulabschluss

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Deinen Abschluss möchtest du erstmal nicht nachholen, sondern direkt ins Berufsleben starten? Natürlich kannst du dich auch ohne Schulabschluss bewerben. Das wird allerdings nicht ganz leicht, denn meistens haben die Bewerber mit einem guten Abschlusszeugnis die besseren Karten.

Weil gerade in ländlicheren Gegenden oft großer Mangel an Azubis herrscht, kann es aber durchaus sein, dass du dort auch ohne Schulabschluss einen Ausbildungsplatz bekommen kannst. Wichtig ist dafür vor allem, dass du zuverlässig arbeitest, dich selbst motivieren kannst und einen guten Draht zu deinen Kollegen hast.

Denn Ausbildungsstellen ohne Schulabschluss gibt es, wenn auch nicht viele. Leider fallen ohne Abschluss einige Optionen für dich weg – für ein Duales Studium, für das man ja das Abitur brauchst, solltest du dich ohne Schulabschluss eher nicht bewerben.

Du brauchst Unterstützung?

Wenn du erstmal nur eine Anlaufstelle suchst, bei der du Hilfe bekommst oder einfach jemanden brauchst, mit dem du über deine Zukunft quatschen kannst, gibt es zum Beispiel noch die Jugendberufshilfe. Die findest du in jeder Stadt. Die Mitarbeiter dort kümmern sich intensiv um Jugendliche ohne Schulabschluss und greifen dir – kostenlos versteht sich – unter die Arme, wie es für dich weitergehen kann.

Bildquelle Titelbild:© AntonioGuillem | Thinkstock

Bildquelle Mädchen in der Schule:© Fuse | Thinkstock

Bildquelle Schüler in der Werkstatt:© monkeybusinessimages | Thinkstock

Bildquelle Mädchen mit Laptop:© ClaudioValdes | Thinkstock

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