„Hauptschüler müssen dreimal so viele Bewerbungen schreiben wie Gymnasiasten, um einen Ausbildungsplatz zu ergattern.“ Was glaubst du – stimmt diese Aussage? Wir haben uns angeschaut, wie unterschiedlich die Wege in und durch die Ausbildung für Schüler mit unterschiedlichen Abschlüssen wirklich sind. Die Ergebnisse wollen wir dir nun präsentieren: hier auf dem Blog und in unserem azubi.report 2017.

Denis hat 16 Bewerbungen geschrieben, bei Alex waren es ganze 54. Was die beiden unterscheidet? Denis hat Abitur, Alex einen Hauptschulabschluss. Es ist also wahr: Hauptschüler schreiben im Vergleich zu Gymnasiasten mehr als dreimal so viele Bewerbungen. Das geht aus unserem azubi.report 2017 hervor, in dem wir die Werdegänge von Hauptschülern, Realschülern  und Gymnasiasten direkt vergleichen. Dafür haben wir mit über 2000 Azubis in ganz Deutschland gesprochen. Aus allen Antworten haben wir drei persönliche Geschichten entwickelt:

Lisas Weg: Hat sie ihren Traumberuf gefunden? Vielleicht!

Lisa hat die Schule mit dem Realschulabschluss abgeschlossen. Online recherchiert sie, welcher Beruf jetzt in Frage kommt. Das Ergebnis: Industriekauffrau. 15 Bewerbungen und zwei Zusagen später startet sie ihre Ausbildung. Während sie sich in der Berufsschule langweilt, gefällt ihr die Arbeit im Betrieb besonders gut. Genau so hat sie sich die Ausbildung vorgestellt, ob der Beruf auch ihr Traumberuf, weiß sie aber noch nicht. Weiterempfehlen würde sie ihn auf jeden Fall.

Alex´ Weg: Ein holpriger Start ins Berufsleben

Eigentlich wollte Alex immer Polizist werden – leider kann er diese Ausbildung mit seinem Hauptschulabschluss nicht machen. Daher orientiert er sich um und beschließt,  Restaurantfachmann zu werden. Nach 50 Bewerbungen hat er immer noch keine Zusage, gut dass ihn ein Freund seines Onkels da kurzer Hand zum Vorstellungsgespräch einlädt und ihm den Ausbildungsplatz anbietet.

Genau wie Lisa langweilt er sich oft in der Berufsschule, den Beruf selbst findet er ok – trotz des niedrigen Gehaltes und den häufigen Überstunden. Vielleicht sind das auch die Gründe, warum er den Beruf nicht weiterempfehlen würde.

Denis´ Weg: Nach dem Abi kam die Traumausbildung

Nach dem Abi Mediengestalter für Digital und Print werden, das war Denis‘ Plan. Drei Zusagen nach nur zehn Bewerbungen sind seine Ausbeute nach der Bewerbungsphase, die online stattfand. Dass er nun wenig Freizeit hat, stört ihn kaum, dafür aber, dass seine Lehrer den Stoff der Berufsschule nicht gut genug vermitteln. Umso besser sind die Praxisphasen in einem Team, das ihn schätzt und unterstützt. Denis hat seinen Traumberuf gefunden, den er jedem gerne weiterempfiehlt.

Und dein Weg? Wir freuen uns über Kommentare und Erfahrungsberichte!

Bildquelle Titelbild Creaturart Images/Shutterstock.com

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