Für den dritten Teil des großen Bewerbungschecks haben wir uns für die Bewerbung um eine Ausbildung zur Konditorin entschieden. Juliane von Check2 war so lieb und hat die Bewerbung, also Anschreiben und Lebenslauf, genau unter die Lupe genommen. Ihre Kommentare dazu könnt ihr im Beitrag sehen.

So kam die Bewerbung von „Beate Bewerberin“ bei uns an. Wie man dem Text des Bewerbungsschreibens entnehmen kann, befindet sie sich derzeit in einer Ausbildung, möchte diese aber lieber abbrechen und Konditorin werden. Um alles besser erkennen zu können – einfach draufklicken.

Bewerbung Konditorin

Juliane fand in der Bewerbung Anschreiben und Lebenslauf ziemlich gut, hat aber trotzdem ein paar Kleinigkeiten verbessert. So sieht ihre Version der Bewerbung aus:

Bewerbung korrekt

Und auch Juliane hat noch ein paar wertvolle Bewerbungstipps für „Beate Bewerberin“ und auch sonst alle, die Bewerbungen schreiben:

Anschreiben:

  • „Meine“ am Satzanfang sollte man weg lassen. Es ist immer gut, wenn man den Ansprechpartner beim Namen nennt
  • Nach der Anrede solltest du die Kleinschreibung beachten, da der Satz weitergeführt wird.
  • Die Bewerbung gilt „ab September“ nicht im September. Sonst dauert sie nur einen Monat 😉
  • Deine Einleitung ist sehr schön, um zu begründen, warum du dich umorientierst. Noch besser ist vielleicht diese Formulierung geeignet: „…, dass ich mich in diesem Beruf dauerhaft nicht wohlfühlen werde.“
  • Du bringst ein Beispiel, das belegt, wie viel Spaß du an der Herstellung von Torten hast – super! Hier könnte man noch mit Fachkenntnissen punkten. Zum Beispiel so: „Dabei konnte ich auf Fähigkeiten zurückgreifen, die ich mir während eines dreitägigen Kurses zum fachmännischen  Torten verzieren angeeignet habe.“
  • Die ersten Sätze des zweiten längeren Abschnitts sagen in etwa das Gleiche aus, deshalb kannst du den ersten Satz ruhig weglassen.
  • Anstatt über deine Vorliebe für Süßspeisen zu schreiben, wäre besser: „meine Vorliebe für die Herstellung von Süßspeisen“, sonst könnte man meinen, diese werden nur gern gegessen 😉
  • Du zählst sehr viele Eigenschaften auf, generell sollte man nur drei Eigenschaften nennen. In deinem Text könnte man zum Beispiel „Reife“ weglassen, da nicht ganz deutlich ist, was damit gemeint ist.  Ebenso doppeln sich „Ruhe“ und „Geduld.“ Wenn trotzdem alle Eigenschaften sehr wichtig für dich sind, könnte man sie wie folgt kombinieren: „In der Ausbildung zur Konditorin bei xxx möchte ich gern meine Lernbereitschaft und meine ruhige und zuverlässige Arbeitsweise unter Beweis stellen. Zu meinen weiteren Stärken zähle ich Belastbarkeit und Teamfähigkeit.“ Wenn in der Ausschreibung für die Ausbildungsstelle Eigenschaften genannt sind, sollten diese in der Bewerbung auftauchen.
  • Im letzten Abschnitt könntest du noch den Namen der Firma einsetzen. Damit wird auch noch einmal deutlich, dass das Anschreiben auf die Firma zugeschnitten und nicht austauschbar ist.
  • Nach der Abschiedsformel kommt kein Satzzeichen.
  • Die Anlagen müssen übrigens nicht zwingend einzeln aufgeführt werden, aber ein Hinweis darauf wäre gut.

Lebenslauf:

  • Die Berufe der Eltern müssen heutzutage nicht mehr angegeben werden, es ist aber auch nicht schlimm, sie stehen zu lassen.
  • Deine Schulbildung solltest du nicht in der chronologischen Reihenfolge angeben, stattdessen sollte dein aktuellster Abschluss ganz oben stehen. Damit sieht man die aktuelle Tätigkeit zuerst, und diese ist schließlich auch die interessanteste beim Lesen der Bewerbung. (Dementsprechend sollten dann auch die praktischen Erfahrungen in gleicher Reihenfolge genannt werden.)
  • Bei den praktischen Erfahrungen wählst du plötzlich eine andere Formatierung als bei der Schulbildung. Einheitlichkeit ist im Lebenslauf immer besser.
  • Datum und Unterschrift immer linksbündig anordnen.

Vielen Dank an Juliane für die ausführliche Korrektur und an „Beate“: Viel Erfolg bei deinen Bewerbungen! 🙂

Bildquelle Titelbild:© Levgen Chepil | Thinkstock

Teilen: