Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen – das kennt doch jeder. Auch in der Ausbildung wird es mal Tage geben, an denen dein Immunsystem eine Pause braucht und du dich einfach mal schlapp fühlst. Alles kein Problem! Entweder Augen zu und durch oder eine Bescheinigung vom Arzt. Spätestens nach ein paar Tagen bist du wieder im Betrieb und kannst voll durchstarten. Aber was passiert, wenn deine Krankheit nicht so schnell aus der Welt zu schaffen ist? Auch wenn sich das manche anders vorstellen, aber chronische Krankheiten haben nichts mit dem Alter zu tun. Viele Menschen leiden bereits im Jugendalter an Rheuma oder Depressionen. Doch was tun, wenn plötzlich nichts mehr selbstverständlich ist?   

Krankheit bedeutet nicht aufgeben, ohne es zu versuchen

Für die Meisten bedeutet eine Krankheit entweder die alljährliche Grippezeit im Winter oder man kennt sie nur von Oma und Opa. Doch ganz so ist es im Alltag leider nicht. Depressionen, Rheuma, Epilepsien oder auch Parkinson und Multiple Sklerose können nicht nur Menschen über 40 treffen, sondern kommen auch bei Jugendlichen vor. Wenn du als junger Mensch davon betroffen bist, solltest du versuchen, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Der beste Weg eine Krankheit zu besiegen, ist eine Möglichkeit zu finden, deinen Alltag so wenig wie möglich davon einschränken zu lassen. Dazu gehören natürlich auch deine Berufswünsche. Die Erkrankung sollte dich nicht davon abhalten, das zu tun, was du dir für deine Zukunft vorgenommen hast. Klar, dass du eventuell deinen Ausbildungsberuf überdenken solltest, wenn du ihn aufgrund der Krankheit nicht mehr machen kannst. Aber generell bedeutet eine Krankheit nicht, dass das Leben vorbei ist.

Muss ich jedem davon erzählen?

Du möchtest, dass dein Leben trotz Krankheit so normal wie möglich verläuft und hast sogar schon deine Traumausbildung gefunden. Dann geht es darum dich nicht nur zu bewerben, sondern das Ding auch mit nach Hause zu nehmen. Du bist nicht der Einzige, der sich dabei die Frage stellt: Muss ich meine Krankheit beim Vorstellungsgespräch erwähnen? Normalerweise platzt du doch auch nicht beim ersten Gespräch mit dem Chef mit deinen privaten Sachen raus, oder? Zum Beispiel erzählst du nicht, dass du hin und wieder Kopfschmerzen hast oder dass dein Lieblingshobby Bogenschießen ist. Wieso sollte es mit deiner Krankheit anders sein? Solange deine Beschwerden dich nicht generell in der Ausbildung behindern, musst du sie nicht in einem Bewerbungsgespräch erwähnen.

Häufig ist die Arbeitswelt von Vorurteilen umgeben. Wenn dein Arbeitgeber „Krankheit“ hört, ist sein erster Gedanke wahrscheinlich, dass du ständig fehlen wirst, auch wenn du deinen Alltag bis jetzt trotz Krankheit ganz gut gemeistert hast. Deswegen gilt das Motto: Nicht mit der Tür ins Haus fallen. Falls du jedoch explizit nach chronischen Krankheiten gefragt wirst, solltest du nicht auf eine Notlüge zurückgreifen. Viel eher kannst du deine Situation verständlich erklären und deutlich machen, inwiefern deine Ausbildung davon beeinflusst werden kann.      

Keine Angst vor Kündigung

Du bist ein Kämpfertyp und lässt dich von deiner Krankheit nicht ausbremsen? Doch manchmal musst auch du Rückschläge einstecken und – ob du willst oder nicht – ein paar Tage aussetzten. Angst um deine Ausbildung brauchst du dabei nicht zu haben. Denn dein Arbeitgeber darf dir nicht mit Kündigung drohen. Solange du ärztliche Bescheinigungen immer rechtzeitig vorlegst, musst du dich nicht um deinen Ausbildungsplatz sorgen. Wegen Therapiemaßnahmen oder einer Kur kann es bei dir auch schon mal zu einer längeren Auszeit kommen? Auch dann kann sich zwar deine Ausbildung verlängern, weil du viel verpasst, das Arbeitsverhältnis darf aber nicht fristlos beendet werden. Denk einfach daran, alle Atteste abzugeben und rechtzeitig Bescheid zu sagen, damit du nicht noch eine Sorge mehr hast.   

Gut gemacht ist besser als gut gesagt

Auch wenn du an machen Tagen denkst, wieso ausgerechnet du krank werden musstest und den Eindruck hast, dass du dieses Loch nie wieder verlassen wirst, solltest du nicht alles ganz so schwarz sehen. Schon klar, dass das immer einfacher gesagt, als getan ist und du das wahrscheinlich etliche Male gehört hast. Aber etwas Wahres ist da ja doch dran. Was bleibt dir denn, wenn du den lieben langen Tag nur an deine Beschwerden denkst? Auch wenn es manchmal echt schwer ist, sich selber zu motivieren, solltest du es wenigstens von anderen versuchen lassen. Freunde und Familie lassen dich nicht hängen, solange du dich nicht verschließt. Auch Arbeitgeber haben Verständnis und Interesse daran deinen Arbeitsalltag zu erleichtern. Dafür braucht es aber einen offenen Umgang mit deiner Krankheit und kein Verstecken vor der Welt. Denn alleine sein ist als Hobby genauso cool, wie häkeln. Also, wie sagt man so schön: hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen.

Bildquelle Titelbild:© Alex Raths | Thinkstock

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