Wie muss man sich ein Büro voller IT-Experten vorstellen? Wie eine WG mit Sheldon, Leonard, Howard & Co. von Big Bang Theory? Nicht ganz! Das weiß Jonas, der eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration gemacht hat und auch noch glücklich in seinem Job ist.

Bei all dem Zahlenchaos und Kabelsalat – siehst du als IT-Profi wirklich immer problemlos durch? Oder sitzt du manchmal vor dem Computer und weißt gar nicht mehr, was du jetzt am besten machen sollst?

Unser Zauberwort im Team: digitales Board! Auf dem halten wir unsere Aufgaben und Projekte fest und schreiben auch auf, welche Infos wir brauchen und welche Fortschritte wir jeweils machen. Um einen Überblick zu behalten, ist natürlich auch eine gute Selbstorganisation und Aufgabenteilung im Team absolut notwendig.

Ist „Fachinformatiker für Systemintegration“ der professionellere Begriff für „Nerd“?

Wenn man mal auf Nerds trifft, dann waren sie es auch vorher schon. Die meisten hier sind an den unterschiedlichsten Bereichen der IT-Welt interessiert und auch echte Profis. Und wer dann aus Spaß noch nach Feierabend am PC sitzt, mag auf Außenstehende gerne mal ein bisschen verrückt wirken.

Was unterscheidet dich von einem „regulären“ Fachinformatiker?

Es gibt jeweils zwei Fachrichtungen – die Anwendungsentwicklung (Software) und die Systemintegration (Hardware). Beide Richtungen sind in der Ausbildung sehr ähnlich, unterscheiden sich dann aber in den Prüfungen und dem späteren Tätigkeitsfeld.

 

Gibt es für den Informatiker noch andere Aufgaben als programmieren?

Neben programmieren und scripten spielen die Wartung von Hardware und der Bereich Automatisierung eine ganz große Rolle. Dazu kommen Netzwerke und Ressourcenplanung. Darüber hinaus dürfen natürlich die Interessen und Vertragsvereinbarungen mit Kunden nicht vernachlässigt werden.

Hast du Probleme damit, dich den ganzen Tag mit Zahlen, unendlich vielen Einsen und Nullen zu beschäftigen? Wird es einem nicht irgendwann zu viel?

Ein IT-Job ist immer mit sehr viel Stress verbunden. Oft stehen Projektplanung, Zeitdruck und Budgetgrenzen im Weg. Dazu noch eine Infrastruktur, auf die man wie auf ein Kleinkind aufpassen muss. Dafür ist das Tätigkeitsfeld eines Informatikers enorm vielfältig und bietet jeden Tag neue Herausforderungen.

Baust du deine Computer immer selber?

Bisher habe ich für mich selbst und Freunde immer selbst Computer gebaut. Dadurch hat man die Auswahl auf die einzelnen Teile und immer bessere Preise. Es gibt sogar Großhändler im Internet, die sich auf diese Geschäftsbereiche spezialisiert haben.

Wie oft wollen Freunde oder Verwandte, dass du ihnen bei technischen Problemen hilfst?

Regelmäßig. „Kannst du dir mal mein Laptop ansehen?“ „Mein Tablet funktioniert nicht mehr richtig!“ „Hilf mir doch bitte mal bei meinem Receiver, der zickt rum!“ Man muss damit leben und sich auf die Ahnungslosigkeit der Leute einstellen können.

Wie steht’s mit den lieben Kollegen? Alles notorische Einzelgänger oder doch lockere Stimmung im Büro?

Sehr locker. Das Umfeld ist sehr freundschaftlich, denn die meisten hier kenne ich schon seit meiner Ausbildung. Da fällt es nicht schwer, über Probleme zu quatschen, oder auch mal gemeinsame Freizeitaktivitäten zu unternehmen.

 

Titelbild © Sticker Mule/unsplash.com

Fachinformatiker bei der Arbeit© Tamarcus Brown/unsplash.com

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