Heute ist es wieder soweit! Denn ab dem 01. August beginnt für viele Schulabgänger ein neuer Lebensabschnitt: Sie beginnen eine Ausbildung. Mit Sicherheit hast auch du dir deine Ausbildung mit viel Sorgfalt und Überlegung ausgesucht. Schließlich ist die Entscheidung für eine Lehre und den Beruf, den man später sein Leben lang ausübt, keine einfache und sollte nicht aus einer Laune heraus getroffen werden. Natürlich hoffen wir, dass es nicht so kommt, aber auch wenn du dir vorher viel über den Job durchgelesen hast und er eigentlich perfekt zu dir passt, kann es zu einem Fehlstart in die Ausbildung kommen, bei dem Probleme auftreten. Schließlich kannst du ja nicht alles planen und beeinflussen. Wir verraten dir, was du tun kannst, wenn du dich unfair behandelt fühlst!

Aller Anfang ist schwer, da heißt es erstmal: Durchhalten

Leider hat man es gerade zu Beginn der Ausbildung nicht immer leicht. Alles ist neu: Die Aufgaben, der Arbeitsplatz, die Leute. Da kann es schonmal vorkommen, dass du dich von Beginn an überfordert fühlst und das Gefühl hast, dass du den Erwartungen deiner Vorgesetzten nicht gewachsen bist. Das ist aber ganz normal und noch lange kein Grund, gleich aufgeben zu wollen, einen Fehlstart kann man das wirklich nicht nennen. Oft ist nur der Anfang schwierig, sobald du dich aber eingearbeitet und ins Team eingegliedert hast, fühlst du dich meist gleich viel wohler. Je selbstbewusster und freundlicher du dich präsentierst, desto besser kommst du auch an. Ein paar Tipps zum ersten Eindruck haben wir übrigens hier für dich.

Der Alptraum vom cholerischen Chef und genervten Kollegen

Leider läuft es aber nicht immer so rosig ab. Im Jahr 2011 haben fast ein Viertel der Auszubildenden ihren Vertrag vorzeitig aufgelöst. Gründe dafür waren beispielsweise Zoff mit dem Chef, launische Kollegen und mobbende Mit-Azubis. Wir haben uns ein Horrorszenario ausgedacht, das so in der Realität zum Glück kaum vorkommt: Dein Ausbilder geht bei jeder Frage direkt an die Decke und motzt rum. Du traust dich gar nicht mehr, dich zu melden, wenn du Hilfe brauchst. Du machst nachts kein Auge zu und der Weg zur Arbeit bereitet dir Magenschmerzen. Eigentlich war es immer dein Traumberuf, aber die Leute im Betrieb haben dir die Lust und den Spaß an der Ausbildung kaputt gemacht. Deinen Chef oder deinen Ausbilder kannst du schlecht um Hilfe bitten, schließlich sind sie ja ein Teil des Problems. Doch auch wenn die Situation noch so aussichtslos erscheint, solltest du auf keinen Fall die Flinte ins Korn werfen und die Ausbildung direkt abbrechen. Dir kann geholfen werden!

Du bist nicht allein, Hilfe naht!

Zunächst einmal solltest du versuchen, die Probleme innerhalb des Unternehmens zu klären. Hier können der Betriebsrat oder die Jugend- und Auszubildendenvertretung eine große Hilfe sein. Diese Einrichtungen gibt es in den meisten Betrieben und du solltest keine Scheu haben, dich an sie zu wenden. Es muss grundsätzlich immer einen passenden Ansprechpartner geben, der zur Not zwischen dir und deinen Kollegen vermittelt. Wenn intern keine Lösung gefunden werden kann, wende dich an VerA. Hierbei handelt es sich um ein vom Bildungsministeriums für Bildung und Forschung gefördertes Programm zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen. VerA stellt dir einen Mentor zur Seite, der dir Hilfestellungen gibt und als Vorbild dient.

Und was mache ich bei anderen Problemen?

Wenn der Fehlstart in deiner Ausbildung nicht auf menschlicher Ebene ist, sondern du beispielsweise deinen Lohn immer zu spät oder gar nicht bekommst, Überstunden machen musst oder ständig Tätigkeiten übernimmst, die gar nicht zu deiner Ausbildung gehören, reichen solche Maßnahmen leider meistens nicht aus. Probleme wie diese verstoßen oft sogar eindeutig gegen das geltende Recht. Die Mentoren von VerA helfen dir auch hier dabei, Mahnungen an den Betrieb zu schreiben und die ausstehenden Beträge einzufordern. Wenn das alles nichts bringt, wende dich am besten sofort an die Industrie- und Handels- oder Handwerkskammer, die gehen dann auch noch einmal schriftlich gegen das Unternehmen vor. Das sind alles Hilfen, die du in Anspruch nehmen kannst, bevor du die Ausbildung wirklich abbrichst, wir drücken dir jedenfalls die Daumen!

Bildquelle Titelbild:© Mike Kiev | Thinkstock

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