„Lehrjahre sind keine Herrenjahre!“ Was Oma dir damit sagen will: Solange du noch in der Ausbildung bist, kannst du nicht erwarten, ein Jahreseinkommen wie Taylor Swift zu haben. Aber mal Hand auf’s Herz: Manchmal könnte dein Azubi-Gehalt doch ein bisschen großzügiger ausfallen, oder? Und überhaupt: Wozu arbeitest du eigentlich, wenn du trotzdem bei deinen Eltern anklopfen musst, wenn du dir mal was gönnen willst? Warum dann eigentlich nicht mal beim Chef antanzen und ein höheres Gehalt fordern? Bevor du jetzt mit Vollspeed zu deinem Vorgesetzten flitzt: Stopp! Zuerst solltest du in punkto Gehaltsverhandlung nämlich ein paar Tricks kennen. Die verraten wir dir jetzt.

Manchmal könnte man fast meinen, das Leben war einfacher, als du noch zur Schule gegangen bist: Du hattest weniger Verantwortung, mehr Freizeit und dein Taschengeld durftest du nach Lust und Laune für Konzertkarten oder neue Sneakers auf den Kopf hauen. In der Ausbildung ändert sich das auf einmal für Viele: Vielleicht hast du deine erste eigene Wohnung gemietet, ein Auto gekauft oder deine Eltern wollen auf einmal, dass du von deinem Gehalt etwas zum Familienhaushalt beiträgst. Und selbst das schönste Ausbildungsgehalt sieht auf einmal etwas dünn aus, sobald es sich von Brutto zu Netto verwandelt hat.

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Gimme more money!

Eine Gehaltserhöhung schon in der Ausbildung? Den Zahn müssen wir dir leider ziehen. Solange du noch Azubi bist, werden deine Forderungen nach einem höheren Einkommen leider auf taube Ohren stoßen. Im Worst Case kann es sogar passieren, dass dein Chef echt sauer wird, wenn du ohne Argumente mehr Geld haben möchtest – immerhin bist du noch kein voll ausgebildeter Mitarbeiter und kannst aus diesem Grund deine Leistungen nicht mit denen deiner fertig ausgebildeten Kollegen vergleichen. Auch wenn sich das unfair anhören mag: Verkneif dir solche Gehaltsforderungen lieber, solange du noch Azubi bist.

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Einzige Ausnahme: Du wirst in deiner Ausbildung nach einem Tarifvertrag bezahlt und dieser Tarif wird erhöht. Dann bekommst du, sobald dieser neue Tarifvertrag in Kraft tritt, gemeinsam mit deinen Kollegen eine Gehaltserhöhung.

Gehaltsverhandlung? Nach der Ausbildung!

Auch wenn du mit deiner Gehaltsverhandlung ein bisschen wirst warten müssen, so eine Ausbildung dauert ja zum Glück nicht ewig. Und sobald du einmal fertig bist, kannst du voll einsteigen beim Gehaltspoker. Wenn das mal keine guten Nachrichten sind!

Die allerwichtigste Regel bei der Gehaltsverhandlung lautet: Knüpfe deine Forderungen immer an deine Leistungen! Die „Ich will mehr Geld“-Nummer kommt nämlich bei keinem Chef gut an. Um deine erste Gehaltsverhandlung wie ein Profi über die Bühne zu bringen, sammelst du am besten schon während deiner Ausbildung Argumente, die beweisen, dass du der beste Mitarbeiter ever bist. Fällt dir zum Beispiel eine konkrete Situation ein, in der du was Besonderes geleistet hast? Hast du während deiner Ausbildung neue Computerprogramme nutzen gelernt, die deine Kollegen noch nicht kennen? Oder hast du mit deiner Arbeit dafür gesorgt, dass deine Firma mehr Geld eingenommen oder eingespart hat? Das alles können gute Gründe für eine Gehaltserhöhung sein, über die sich nicht nur du freust, sondern auch dein Konto.

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Ein absolutes No-Go!

Die Versicherung für dein Auto ist gestiegen, dein Hund brauchte teure Medizin und dass deine Waschmaschine den Geist aufgegeben hat, hat dir endgültig ein Loch in den Geldbeutel gerissen? Das ist natürlich blöd, aber leider kein Grund für deinen Chef, dir mehr Gehalt zu zahlen. Private Gründe zählen nämlich leider gar nichts in einer Gehaltsverhandlung. Genauso schlecht kommen Vergleiche mit deinen Kollegen an. Nur weil deine Kollegin Sophia aus der Personalabteilung dir mal verraten hat, dass sie monatlich mehr verdient als du, heißt das nicht, dass du den gleichen Gehaltsanspruch hast.

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Was in einer Gehaltsverhandlung nach der Ausbildung auch ein absolutes No-Go ist, sind Erpressungsversuche: „Wenn Sie mir nicht mehr zahlen, suche ich mir einen anderen Job!“ gehört definitiv zu den Todsünden in einer Gehaltsverhandlung. Denn dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass dein Chef antwortet: „Dann suche ich mir eben einen neuen Mitarbeiter.“ Und du bist gleich nach deiner Ausbildung deinen Job schon wieder los. Nicht gut!

Selbst wenn deine Ausbildung also nicht bei den am besten bezahlten Azubi-Berufen zu finden ist, kannst du bei so einer Gehaltsverhandlung noch einiges rausholen. Konzentrier dich einfach auf das, was du gut gemacht hast und bleib cool, wenn dein Chef nicht sofort sein Okay gibt. Dann dürfte einer Gehaltserhöhung nach der Ausbildung nichts mehr im Wege stehen.

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Bildquelle Titelbild:© David Harig | zmescience.com

Bildquelle Portemonnaie:© Caitlynmary | Tumblr.com

Bildquelle Maya Rudolph:© Wantswhatitwants | Tumblr.com

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