Wenn der Papa morgens zur Arbeit fährt, um das Geld zu verdienen, bleibt die Mama zu Hause und hütet die Kinder. Zumindest war das früher so. Heutzutage springt Mama aber längst nicht mehr nur zwischen Bügelbrett und Babybett hin- und her. Die Kinder gehen in die Tagesstätte oder nach der Schule in die Freizeitbetreuung. Da werden sie natürlich von Frauen beaufsichtigt, weil das ja deren Aufgabe ist. Zeiten ändern sich, aber Klischees bleiben: Der Erzieherberuf wird als Frauendomäne abgestempelt. Um endlich mit den gängigsten Vorurteilen aufzuräumen, haben wir sie unten aufgezählt.

Chancengleichheit ist in Deutschland ein häufig diskutiertes Thema. Und Frauen erkämpfen sich langsam ihre Stellen in männerdominierten Branchen. Aber was machen eigentlich die Männer? Tatsache ist, dass nur 4 % der Erzieher in Deutschland männlich sind. Da selbst die härtesten Kerle trotzdem ein ganz weiches Herz haben können, sind sie genauso qualifiziert für eine Ausbildung zum Erzieher, wie die Frauen. Auch sie sollen deshalb in klassischen Frauenberufen ernstgenommen werden und nicht ständig mit stereotypen Vorurteilen konfrontiert werden.

Vorurteile-Check zum Erzieherberuf

Erziehung ist Frauensache.

Erzieher und Kind malenMänner verstehen einfach nichts von Erziehung und deshalb sollten nur Frauen als Erzieherinnen tätig sein. Dabei handelt es sich wohl um das bekannteste Klischee. Das kommt nicht von ungefähr: Erst seit den 1970ern werden Männer überhaupt zur Erzieherausbildung zugelassen. Oft hängt das mit einer typischen Behauptung zusammen: Männer haben hitzigere und aggressivere Gemüter als Frauen und würden deshalb nicht genügend Geduld mitbringen, um Kindern etwas beizubringen. Das ist aber ungefähr genauso, als würde man behaupten, dass alle Männer super gut Fußball spielen können oder handwerkliches Geschick besitzen. Und nur weil Kinder manchmal an den Haaren ziehen, müssen wir ja nicht alles glauben, was über den Erzieherberuf so alles an den Haaren herbeigezogen ist.

Erzieher und Kind mit SpielzeugautoErzieher verdienen wenig.

Ein Grund, warum Männer die Ausbildung zum Erzieher angeblich so unattraktiv finden, ist der geringe Verdienst. Das kommt natürlich immer darauf an, womit man das Erziehergehalt vergleicht. So verdient ein ausgebildeter Kfz-Mechatroniker, der häufig als stereotypischer Männerberuf gilt, um die 1600 € brutto im Monat. Das Einstiegsgehalt eines Erziehers beläuft sich im Vergleich dazu monatlich auf rund 2000 € brutto. Zugegeben, reich wird man mit einer Karriere im sozialen Bereich vielleicht nicht, aber man verdient genug, um sich viele coole Erwachsenenspielzeuge zu kaufen. Und mit Autos spielen darf ein Erzieher im Alltag auch. Selbst, wenn die nicht genauso groß sind wie die in der Kfz-Werkstatt.

Erzieher spielt GitarreMänner haben es als Erzieher im Beruf schwer.

Liebe Männer, ihr seid heiß begehrt. Zumindest was eure Qualitäten als pädagogische Fachkräfte angeht. Viele Kindertagesstätten oder Freizeiteinrichtungen wünschen sich männliches Personal, das neue Perspektiven und Ansätze bei der Betreuung der Kinder einbringt. Das Familienministerium investiert mittlerweile immer mehr Gelder in Kampagnen, sodass Männer sich dem Erzieherberuf zuwenden, da sie sowohl von Experten als auch von Eltern als große Bereicherung gesehen werden.

Erzieher sitzen doch nur auf den kleinen Stühlen im Kindergarten herum und spielen.

Jetzt müssen wir aber mal die (Memory-)Karten auf den Tisch legen: Kinder betreuen ist harte Arbeit. Da muss man schon ein echtes Multitalent sein, um die verschiedensten Aufgabenbereiche abzudecken. Von Alleinunterhalter bis Seelsorger ist nämlich alles dabei. Außerdem arbeitet nicht jeder Erzieher zwangsläufig im Kindergarten. Kindertagesstätten, Heime, Familienzentren – Erzieherinnen sind an vielen Orten zu finden. Ihre Arbeitsfelder erstrecken sich von der Betreuung von Vorschulkindern bis hin zur Arbeit mit Jugendlichen oder Menschen mit Behinderung. Große Stühle für die Erwachsenen gibt es übrigens in den meisten Tageseinrichtungen.

Erzieher liest vorIrgendwann spricht man nur noch Babysprache.

Wer das behauptet, erzählt Märchen – Kommunikation ist nämlich das wichtigste Werkzeug der Erzieher und kommt auch ständig zum Einsatz. Wie bereits erwähnt, arbeiten nicht alle Erzieher mit Vorschulkindern. Doch gerade wenn, ist es besonders notwendig, dass die Vorbilder hier über einen guten Sprachschatz verfügen. Immerhin wird besonders den kleinen Kindern die Sprache vermittelt. Außerdem wird ihnen gleichzeitig gezeigt, dass sich Konflikte nur im gegenseitigen Gespräch lösen lassen.

Baumeister, Spieleentwickler oder DJ – Erzieher als Multitalent

Nicht nur die Kinder in deiner Obhut entwickeln sich weiter, auch du wirst mit deiner Ausbildung als Erzieher ganz neue Fähigkeiten entfalten. Zu deinen Rollen gehören vielleicht der Tourguide, der Entertainer oder der Trainer – und du wirst noch viele weitere Talente an dir entdecken, die sich immer abhängig von deiner Zielgruppe machen.

Erzieher unterrichtet © pressmaster/Shutterstock.com

Kind und Erzieher malen © Photographee.eu/Shutterstock.com

Erzieher mit Spielzeugauto © goodluz/Shutterstock.com

Gitarre © oliveromg/Shutterstock.com

Erzieher liest vor © wavebreakmedia/Shutterstock.com

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