Kennst du es auch, dieses Gefühl, dass alle um dich herum so richtig gut in irgend etwas sind? Deine beste Freundin kapiert zum Beispiel immer alles in Mathe und schreibt eine Eins nach der anderen? Dann gibt es da noch die ganzen Sportasse, die am schnellsten rennen, am weitesten werfen oder am höchsten springen können. Oder die Künstlerischen, die in Deutsch oder Kunst aus Worten oder Gegenständen wahre Kunstwerke schaffen, ganz zu schweigen von den Musikalischen, bei deren Darbietungen das Publikum Rührungstränen in den Augen hat. All diese talentierten Menschen wissen natürlich auch schon ganz genau, was sie beruflich mal so machen wollen, schließlich sind sie in irgend etwas gut.

Dann schaust du dein Zeugnis an. Der Notendurchschnitt ist Drei Komma irgendwas, in allen Hauptfächern stehst du zwischen „befriedigend“ und „ausreichend“. Du hast noch keinen Wettbewerb gewonnen und wurdest in deiner Vergangenheit sehr selten für irgend eine tolle Leistung gelobt. Dein größter schulischer Erfolg war dann vielleicht die eine Zwei in Hauswirtschaftslehre, die du aber auch nur bekommen hast, weil du mal den besten Grießbrei gekocht hast. Nun ist die Schule bald vorbei und allmählich beginnt sich Panik in dir auszubreiten, weil du einfach nicht weißt, was du werden sollst. Als du mit der Klasse einen Berufstest gemacht hast, wurden dir nur Ausbildungen empfohlen, mit denen du nichts anfangen kannst und auf der Ausbildungsmesse, zu der der letzte Schulausflug ging, hast du so schnell das Interesse verloren, dass du lieber auf die Jagd nach möglichst vielen geschenkten Kugelschreibern gegangen bist.

Wenn deine Eltern dir Vorträge halten wie „Kind, was willst du denn nun nach der Schule machen? Wo wirst du dich um einer Ausbildung bewerben und wie stellst du dir überhaupt deine Zukunft vor? Lern‘ bitte was Anständiges“, möchtest du immer am liebsten laut „Ich weiß es nicht!!!!“ schreien. Insgesamt fühlst du dich bei diesem Thema total unwohl, überfordert und allein. Schließlich wissen alle Anderen, was sie machen wollen. Wirklich alle? Diese Frage kann ganz klar mit „nein“ beantwortet werden. Schau‘ dich nur mal ein wenig im Internet um, es scheint hunderttausende Unentschlossene zu geben, die sich mit derselben Frage herumplagen wie du. Auch wenn es sich so anfühlt, kannst du dir sicher sein: Dir geht es nicht allein so. Falls dich das nicht schon beruhigt, haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, die dir hoffentlich weiterhelfen.

Zuerst einmal könntest du deine drei engsten Freunde/-innen fragen, in welchem Beruf sie sich dich in der Zukunft vorstellen könnten. Oft fällt es ja schwer, sich selbst und seine eigenen Stärken einzuschätzen, da können andere Meinungen definitiv hilfreich sein, vor allem von Menschen, die dich gut kennen. Ansonsten gibt es kein Gesetz, das besagt, dass du direkt nach der Schule in die Ausbildung einsteigen musst. Bevor du eine Ausbildung anfängst und nach 3 Monaten merkst, dass sie dich überhaupt nicht interessiert, solltest du dir lieber eine Selbstfindungsphase zugestehen. Natürlich sollst du nicht nur daheim rumgammeln, sondern etwas tun, das dir bei der Berufswahl weiterhilft.

Eine Möglichkeit wäre es, für eine gewisse Zeit ins Ausland zu gehen, schließlich werden Auslandserfahrung und Fremdsprachenkenntnisse in Lebensläufen immer gern gesehen. Weit weg vom Alltag merkt man dann plötzlich, was einen besonders interessiert und was nicht. Ansonsten könntest du auch in die Arbeitswelt reinzuschnuppern, sei es durch Probetage oder Praktika in verschiedenen Bereichen. So kannst du sehen, welcher Arbeitsalltag dich mehr anspricht als andere. Vielleicht wärst du aber auch die richtige Person für ein freiwilliges soziales Jahr, oder ein ökologisches oder ein kulturelles?

Wie du dich auch immer entscheidest, es wird dich weiterbringen. Solltest du nun aber schon eine Ausbildung angefangen haben und nicht wirklich damit zufrieden sein, nur zur Erinnerung: Sobald du damit fertig bist, kannst du dich entweder weiterbilden und somit umorientieren oder auf ein gewisses Gebiet spezialisieren. Der Vorteil daran, zu wissen, was man definitiv nicht will, ist, dass man dem, was man eigentlich will, ein Stückchen näher kommt.

Und ansonsten – schau dir doch mal unseren Berufscheck an. Hier kannst du mit nur 12 Antworten herausfinden, welche Ausbildung zu dir passt.

Bildquelle Titelbild:© Igor Mojzes | Thinkstock

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