Jaja, wir wissen es. Mindestlohn hier, Mindestlohn da, das Thema Mindestlohn ist überall. Mal ernsthaft – wer will denn da noch zuhören? Versteht doch eh niemand! … Ups. Genau da liegt das Problem. Über‘s Thema Geld redet irgendwie keiner gerne. Aber gerade beim Thema Mindestlohn lohnt es sich, Bescheid zu wissen. Bekommst du in deiner Ausbildung jetzt mehr Geld? Und was ist danach? Fragen über Fragen. Damit du dich nicht durch Gesetzestexte wühlen musst, haben wir das mal für dich gemacht. Hier kommen die wichtigsten Infos zum Thema Ausbildung und Mindestlohn.

Was, wann und wieviel überhaupt?

Okay, erstmal die Fakten: Ab dem 1. Januar 2015 bekommt in Deutschland jeder für seine Arbeit einen Stundenlohn von mindestens 8,50 Euro. Fast jeder zumindest. In knapp drei Jahren – ab Dezember 2017 – soll das neue Gesetz dann möglichst für alle gelten. Der Masterplan dahinter lautet: Jeder, der arbeitet, soll davon auch leben können. Gerechtigkeit ist das Stichwort.

swagmoney

Klingt ja erstmal ziemlich sinnvoll. Bevor du jetzt beim Blick auf den Taschenrechner ausflippst vor Freude, müssen wir dich etwas bremsen. Der Mindestlohn gilt leider nicht für Azubis und Jugendliche, die jünger sind als 18 Jahre. Fieserweise soll das auch nach 2017 so bleiben.

Warum? Weil sich jobben für viele Jugendliche dann eher lohnen würde als eine Ausbildung. Du kennst das ja wahrscheinlich: In deiner Ausbildung verdienst du weniger Geld als deine Kollegen die schon fertig sind. Dafür hast du danach einen tollen Abschluss und keine Probleme, dich auf dem Arbeitsmarkt zu bewerben. Ohne Ausbildung wäre das viel schwieriger. In einem Nebenjob, bei dem du 8,50 Euro die Stunde bekommst, könntest du zwar erstmal viel mehr verdienen als ein Azubi. Aber du wärst nicht halb so gut ausgebildet und hättest keinen Berufsabschluss. Probleme bei der Jobsuche vorprogrammiert.

jobinterview

Was hat der Mindestlohn dann mit mir zu tun?

Klingt, als könnte dir den Mindestlohn wurscht sein? Mal ehrlich – würden wir dann diesen Blogeintrag schreiben? 😉

Wichtig wird der Mindestlohn dann, wenn du fertig bist mit der Ausbildung. In den meisten Fällen liegt dein Einstiegsgehalt deutlich über dem, was du in deiner Ausbildung verdient hast. Manchmal winkt statt schickem Ferrari und Bahamas-Urlaub im Fünf-Sterne-Hotel aber auch die große Enttäuschung. Wenn auch nach der Ausbildung am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ist, dann ist Frust vorprogrammiert.

Impoor

Kleines Rechenbeispiel? Nehmen wir an, du arbeitest 40 Stunden in der Woche. Mit einem Stundenlohn von 8,50 Euro sind das schon mal 340 Euro in der Woche. Macht 1360 Euro brutto im Monat. Das ist mehr, als z.B. Friseure, Textilreiniger oder Gebäudereiniger bisher im Schnitt verdient haben. Besonders, wenn du in deinem Job viele Stunden in der Woche arbeiten musst, ist der Mindestlohn für dich ein kleiner Jackpot.

Das höchstmögliche Gehalt mit Mindestlohn liegt übrigens bei satten 2958 Euro im Monat. Weil du in Deutschland maximal 348 Stunden im Monat arbeiten darfst. Und 348 x 8,50 Euro ergibt? Genau: 2958 Euro. Verdienst du nach deiner Ausbildung mehr als das, wird der Mindestlohn für dich nicht angewendet. Muss er auch gar nicht. Dann liegt dein Stundenlohn ja automatisch über 8,50 Euro. Hurra!

tadäus

Aber für alle, die nach ihrem Abschluss im sogenannten „Niedriglohnsektor“ ackern mussten, ist der Mindestlohn eine Erleichterung. Auch, wenn der nächste Haarschnitt beim Friseur dann vielleicht ein bisschen teurer wird.

geschrieben von: Laura Zink

Bildquelle Titelbild: http://www.cicero.de/kapital/mindestlohn-keine-gefahr-fuer-den-arbeitsmarkt-armut-gustav-horn/56205

Teilen: