Wir befinden uns im Jahre 2016 nach Christus: Die Uhren aus der Schweiz gelten weltweit als die besten ihrer Art. Die besten ihrer Art? Nein! Ein von unbeugsamen deutschen Uhrmachern bevölkertes Städtchen in Sachsen hört seit Jahren nicht auf, sich mit den Schweizer Uhrenmanufakturen zu messen. Nein, in Glashütte ist wahrscheinlich niemand in den Zaubertrank gefallen und die Schweizer stehen auch nicht an der Grenze, um die Stadt zu erobern. Dafür wird in der 4.500-Einwohner-Stadt ziemlich oft an der Uhr gedreht. Der ideale Ort also, um alles über Uhren zu lernen und sich zum Uhrmacher ausbilden zu lassen. Das findet auch Hanna, Uhrmacher-Azubi im dritten Ausbildungsjahr bei der Gerhard D. Wempe KG aus Hamburg.

p1020985„Das Uhrenzentrum in Deutschland überhaupt“

Schon als Kind faszinierte es sie, Dinge selbst zu bauen. „Darum verbrachte ich viel Zeit in der Hobbywerkstatt meines Vaters und mit dem Modellbau“, so die angehende Uhrmacherin. Glashütte ist für sie „das Uhrenzentrum in Deutschland überhaupt“. Und das ist nicht grundlos so, denn in Glashütte lebt die Zeit! Du wirst dir jetzt denken „ja ne, ist klar“, aber genau das ist das Motto der Stadt – es steht sogar auf diversen Schildern. Und welche Stadt hat schon eine Uhrenmanufaktur in einer restaurierten Sternwarte (die sogar ein echtes Teleskop hat, mit dem man die Sterne beobachten kann)?

Wer in Glashütte wohnt, der sollte nicht mit Uhren schmeißen

Aber was macht Glashütte für die Azubis jetzt so besonders? „Das fängt schon beim Ausbildungsstart an, der jährlich in Glashütte beginnt,“ erzählt uns Hanna. „Wempe bietet seinen Azubis im ersten Ausbildungsjahr eine kostenlose Gemeinschaftswohnung an, die sogenannte Wempe-WG. Hier wohnen bis zu fünf Azubis zusammen. Es gibt zwei Doppel- sowie zwei Einzelzimmer, ein Wohnzimmer, ein Bad und eine komplett ausgestattete Küche – die stressige Wohnungssuche bleibt dir also erspart und Anschluss findest du dadurch auch sofort. Zudem gibt es hier viele namhafte Unternehmen und dementsprechend viele Gleichgesinnte. Mit den vielen anderen Auszubildenden und Uhrmachern kann man sich hervorragend austauschen. Glashütte bietet einfach exzellente Ausbildungsmöglichkeiten für Uhrmacher.“

praezise-arbeitsweiseVon der kleinsten Taschenuhr bis zur Kuckucksuhr

Für alle diejenigen, die jetzt darüber nachdenken, Uhrmacher zu werden, hat Hanna auch ein paar Ratschläge: „Angehende Uhrmacher-Azubis sollten eine gewisse Faszination für das Bauen und Zerlegen von Dingen mitbringen, denn schließlich wird genau das ihre Aufgabe sein. Als Uhrmacher baut man Uhren zusammen oder zerlegst sie in ihre Einzelteile. Im ersten Ausbildungsjahr beschäftigst du dich noch mit den handwerklichen Grundkenntnissen, bis du dich dann an die Reparatur deiner ersten Großuhren wagst. Hast du bei denen den Dreh raus, geht es weiter zu den Taschen- und Armbanduhren. Das erfordert ein gewisses handwerkliches Geschick, aber auch eine Menge Geduld. Wenn du also etwas direkt an die Wand wirfst, sobald es nicht so klappt, wie du es gerne hättest, dann solltest du besser kein Uhrmacher werden (Luxusuhren an die Wand zu werfen, kann ziemlich ins Geld gehen). Die Theorie darf dabei natürlich nicht fehlen: Arbeitsschritte werden erläutert, technische Funktionsweisen analysiert und spezielles Markenwissen näher gebracht – denn jede Uhrenmarke ‚tickt‘ anders.“

wem_sw_2012_s020Nach der Ausbildung ist vor der Ausbildung

Und was willst du nach deiner Ausbildung machen, Hanna? „Vollkommen entschieden habe ich mich noch nicht, Wempe bietet sehr viele Möglichkeiten. Neben der Arbeit in der Uhrenwerkstatt und der hauseigenen Produktion kann man auch als Serviceuhrmacher in einer der zahlreichen Niederlassungen in Deutschland arbeiten. In den Praktika innerhalb der Ausbildung lernen wir alle drei Bereiche kennen.

Raus aus Glashütte – rein in die Welt

Da Wempe auch Filialen im Ausland hat, stehen uns auch dort Möglichkeiten offen, beispielsweise in London, Madrid, New York oder Paris. Damit wir für solch eine Tätigkeit richtig vorbereitet sind, bietet Wempe uns Azubis ein hauseigenes Trainee-Programm an, in dem wir zahlreiche Trainings durchlaufen und anschließend in allen Wempe-Niederlassungen eingesetzt werden können – und das weltweit! Ich finde, wenn es um die Ausbildung zum Uhrmacher geht, dann ist Wempe einer der besten Ausbildungsbetriebe der Branche.“

0033_b4260_karriere_uhrmacher_herausforderungenUhrmacher – der zeitlose Beruf

Hanna, was würdest du Leuten sagen, die meinen, dass Uhrmacher ein aussterbender Beruf sei? „Dass es nicht der Realität entspricht. Allein in Glashütte schließen jährlich etwa 50 bis 60 Lehrlinge erfolgreich ihre Ausbildung ab. Dass der Beruf des Uhrmachers ein Beruf mit Zukunft ist, verdankt er der Komplexität der Uhren: Viele Uhrenmarken stellen verschiedene Uhrenwerke her, die nur mit entsprechendem Fachwissen zerlegt, repariert und gepflegt werden können. Das gilt vor allem für wertvolle Luxusuhren. Das führt natürlich auch zu erhöhten Anforderungen an die Uhrmacher, was umfangreicheres Fachwissen und eine detaillierte Ausbildung erfordert. Der Beruf des Uhrmachers wird also definitiv nicht aussterben!“

Wenn es dir jetzt in den Fingern juckt und du unbedingt Uhrmacher werden willst, dann schau dir doch mal die Stellen von Wempe an! Vielleicht wirst du der nächste Azubi in der „Wempe-WG“?

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