Ob im Büro, in der Industrie, in der Automobilbranche oder oder oder … du hast endlich die Ausbildung zum Kaufmann in der Tasche und möchtest jetzt beruflich richtig loslegen? Neben Berufserfahrung kann vor allem die richtige Weiterbildung deiner Karriere den nötigen Boost geben. Aber welche Fortbildungen lohnen sich für Kaufleute besonders? Fachwirt, Fachkaufmann oder Betriebstwirt? Entscheide selbst! Hier findest du die Top 3 Weiterbildungen für Kaufleute.

1. Fachwirt – der Meister der Kaufleute

Die Aufstiegsfortbildung zum Fachwirt ist für Kaufleute in etwa das, was für Handwerker der Meister ist. Beide Abschlüsse sind rechtlich gleichgestellt. Mit dem Fachwirt-Titel qualifizierst du dich für höhere Positionen und Gehaltsstufen.

Die Weiterbildung zum Fachwirt ist das Richtige für dich wenn du:

  • deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und schon erste einschlägige Berufserfahrungen hast.
  • dich für einen bestimmten Wirtschaftszweig weiterbilden möchtest.
  • bei einem kleinen oder mittleren Unternehmen arbeitest.
  • zukünftig kaufmännische Fach- und Führungsaufgaben übernehmen möchtest.

Wenn du nach deiner Ausbildung merkst, dass in dir noch viel mehr steckt, ist der Fachwirt die richtige Entscheidung. Zu klären wäre jetzt nur noch: Wie? Wann? Und wie viel? Die Weiterbildung zum Fachwirt kannst Du sowohl neben dem Beruf im Fernstudium als auch in Vollzeit absolvieren. Wenn du während des Lehrgangs in Vollzeit weiterarbeitest, wird’s stressiger, weil du an Wochenenden oder abends etwas dafür machen müsstest. Angeboten werden Fachwirt-Weiterbildungen übrigens von der IHK und zahlreichen privaten Instituten.

Je nachdem für welches Zeitmodell du dich entscheidest, dauert die Weiterbildung zwischen 6 und 24 Monaten. Auch ein Fachwirt wird dir nicht geschenkt, deshalb kostet die Weiterbildung in der Regel zwischen 1000 und 5000 Euro. Egal, welche berufsbegleitenden Weiterbildung du machen möchtest, du solltest in jedem Fall bei deinem Arbeitgeber anfragen, ob er einen Teil der Kosten dafür übernimmt. Am Ende deiner Weiterbildung steht die staatlich geregelte Abschlussprüfung vor der zuständigen IHK. Diese Situation müsste dir ja bereits aus deiner Ausbildung bekannt sein 😉

Abschluss

Du hast dich zwar für den Fachwirt entschieden, weißt aber noch nicht genau in welche Richtung es gehen soll? Kein Problem! Du hast die Wahl zwischen mehr als 30 verschiedenen Wirtschaftszweigen. Du liebst Zahlen? Dann mache einen Fachwirt im Finanzwesen. Dich faszinieren fremde Länder? Wie wäre es mit einer Weiterbildung im Bereich Tourismus? Wenn dir deine Mitmenschen besonders am Herzen liegen, kannst du deinen Fachwirt  im Sozial- und Gesundheitswesen machen. Die gewählte Fachrichtung spielt dabei auch bei den Verdienstaussichten eine große Rolle. Während Energiefachwirte beispielsweise mit einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von 42.000 Euro rechnen können, verdienen Fitnessfachwirte im Schnitt gerade mal 20.000 Euro brutto im Jahr.

Tipp: Wer sich mit seinem Fachwirt nicht zu sehr auf eine Branche festlegen möchte, sollte die Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt wählen, da dieser als Allrounder unter den Fachwirten gilt.

2. Fachkaufmann – Der Funktionsspezialist 

Die Weiterbildung zum Fachkaufmann gleicht in vielen Punkten der zum Fachwirt. Auch bei der Aufstiegstfortbildung Fachkaufmann brauchst du eine erfolgreich abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und erste Berufserfahrungen. Du absolvierst die Weiterbildung in Vollzeit oder neben dem Beruf und schließt mit einer Prüfung vor der zuständigen IHK ab. Kosten und Dauer der Weiterbildung zum Fachkaufmann decken sich ebenfalls weitgehend mit Kosten und Dauer der Fachwirt Weiterbildung.

Auch den Fachkaufmann erwirbst du in einem bestimmten Bereich. Hier liegt aber der entscheidende Unterschied zum Fachwirt: Die Weiterbildung zum Fachkaufmann qualifiziert dich nicht für einen Wirtschaftszweig, sondern für einen Funktionsbereich, also z.B. die Organisation, das Personalwesen oder die Verwaltung. Fachkaufleute werden daher auch Funktionsspezialisten genannt und können im jeweiligen Bereich kaufmännische Fach- und Führungsaufgaben übernehmen.

Je nachdem für welchen Funktionsbereich du dich entscheidest, trägst du nach erfolgreichem Abschluss z.B. den Titel Fachkaufmann für Vertrieb oder geprüfter Personalfachkaufmann. Besonders beliebt ist die Weiterbildung zum Geprüften Bilanzbuchhalter. Dies liegt unter anderem an dem attraktiven Gehalt. Nach bestandener Prüfung winkt dir hier ein Einstiegsgehalt von bis zu 48.000 Euro – das wären 4.000 Euro monatlich.

Style und Geld

Tipp: Wer gehaltstechnisch noch höher hinaus möchte, dem gibt die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter zusammen mit mehrjähriger Berufserfahrung auch die Möglichtkeit zur Weiterbildung zum Steuerberater. Mehr Informationen zur Weiterbildung zum Geprüften Bilanzbuchhalter und zum Steuerberater gibt es auf Steuerberater-Ausbildung.net.

3. Staatlich geprüfter Betriebswirt – Allrounder und Spezialist zugleich

Wenn du beruflich so richtig hoch hinaus möchstest, sollten du mal einen Blick auf den Betriebswirt werfen. Der Staatlich geprüfte Betriebswirt ist die höchste nicht-akademische Weiterbildung für Kaufleute. Die kannst du nicht mal eben so machen, sondern brauchst auch dafür eine erfolgreich abgeschlossene kaufmännische Ausbildung sowie Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich (mindestens 1 Jahr). Ganz so wie bei den anderen beiden Weiterbildungen läuft es in diesem Fall nicht ab.

Eine wichtiger Unterschied zum Fachwirt und Fachkaufmann stellt bereits die Dauer der Weiterbildung dar. Absolvierst du die Fortbildung in Vollzeit muss du 2 Jahre einplanen, im Fernstudium solltest du mit mindestens 3 Jahren rechnen. Die Kosten der Weiterbildung variieren von Anbieter zu Anbieter zwischen ungefähr 4.000 und 9.000 Euro.  Im Fokus der Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt steht keine branchen- oder funktionsbezogene Qualifizierung. Vielmehr werden dir vor allem in der 1. Hälfte allgemeine betriebswirtschaftlicher Kentnisse, die in jeder Branche gefragt sind, vermittelt. Erst in der 2. Hälfteder Weiterbildung vertiefst du dein Wissen in einem Spezialgebiet. Allerdings spezialisierst Du Dich nicht wie beim Fachwirt oder Fachkaufmann auf eine Branche oder einen Funktionsbereich, sondern vielmehr auf eine betriebswirtschaftliche Disziplin wie die Absatzwirtschaft oder das Marketing. Damit sind Betriebswirte viel flexibler einsetzbar als Fachwirte und Fachkaufleute.

Es geht natürlich nichts ohne Prüfung. Am Ende der Weiterbildung absolvierst du die staatliche Abschlusssprüfung. Diese besteht aus 3 bis 4 schriftlichen Prüfungen sowie einer Projektarbeit, die du zu einem bestimmten betriebswirtschaftlichen Thema anfertigst und vor dem Prüfungsausschuss präsentierst.

Lehrer

Dein Fleiß und Durchhaltevermögen wird nach dem erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung durch gute Aufstiegschancen belohnt. So sind staatlich geprüfte Betriebswirte im mittleren Management sämtlicher Unternehmen einsetzbar. Auch beim Gehalt kannst du durch deinen neuen Titel einen kräftigen Sprung nach oben machen. Zwar liegt das Durchschnittsjahresgehalt eines staatlich geprüften Betriebswirtes mit 35.000 Euro nur leicht über dem durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fachkaufleuten und Fachwirten, allerdings sind hier Spitzengehälter bis zu 100.000 Euro im Jahr möglich.

Tipp: Für Kaufleute, die gerne einen Hochschulabschluss als Betriebswirt erwerben möchten, kann der Staatlich geprüfte Betriebswirt der erste Schritt auf diesen Weg sein. Denn mit dem Abschluss erhältst du auch die Hochschulzugangsberechtigung, womit Dir auch ohne Abitur ein Studium offen steht. Zum Teil erkennen Hochschulen die Leistungen aus deiner Weiterbildung sogar an, sodass du gleich in einem höheren Semester einsteigen kannst.

Autorin

Henrike Böser ist Online Redakteurin und Online Marketing Managerin bei der Online Akademie in Köln. Diese betreibt seit 2008 mehrere unabhängige und informative Portale zum Thema Aus-, Weiterbildung und Studium.

Bildquelle Titelbild: http://www.popsugar.com/entertainment/photo-gallery/15331274/image/15331295/Brandon-Routh-Clark-KentSuperman

Teilen: