Schnee, Nässe und Kälte – kein Wunder, dass man im Winter lieber zuhause bleibt. Und auch auf Baustellen ist wenig los, wenn zum Beispiel das Klettern auf Dächern zu gefährlich wird oder das Wetter jede Straßensanierung unmöglich macht. Aber was bedeutet das für die Handwerker und Bauarbeiter? Dürfen die es sich vorm Weihnachtsbaum gemütlich machen und Süßigkeiten futtern, anstatt zu arbeiten? Gibt es überhaupt so etwas wie eine Winterpause in der Ausbildung? Genau das wollen wir heute herausfinden.

Eine vollständige Schließung eines Handwerksbetriebs ist selbst im tiefsten Winter selten, mit starken Einschränkungen in den Arbeitsabläufen müssen Unternehmen aber trotzdem rechnen. Für viele Mitarbeiter heißt es dann: Zeit für eine Winterpause.

Gründe für eine Winterpause

  • Bei schlechtem Wetter sind Aufgaben zu gefährlich – z.B. das Klettern auf ein Dach.
  • Schnee und Regen machen Arbeiten unmöglich – zum Beispiel das Aufarbeiten einer Straße, das Decken eines Daches oder das Fahren eines LKW bei starkem Schnee und Glatteis.
  • Es gehen wenige Aufträge ein und ein Betrieb hat nicht genug Arbeit für alle Mitarbeiter.

Welche Berufe sind überhaupt von einer Winterpause betroffen?

Das sind vor allem Berufe auf dem Bau und im Handwerk. Aber auch Berufskraftfahrer sind manchmal eingeschränkt. Wir haben hier fünf Beispiele:

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Was passiert im Winter mit betroffenen Auszubildenden?

Als Azubi bist du rechtlich sehr gut geschützt. So muss man dir deine Ausbildungsvergütung ohne Einschränkung weiterzahlen und es ist nicht erlaubt, dir (vorübergehend) zu kündigen.

Zudem ist es üblich, dass du im Sommer vorarbeitest. Du hast im Sommer also lange Arbeitstage und kannst im Winter auch mal guten Gewissens faullenzen.

Du solltest aber auch wissen, dass von dir erwartet wird, dass du deinen Urlaub vermehrt im Winter und weniger im Sommer nimmst.

Und dann gibt es auch noch Aufgaben, die geradezu perfekt für den Winter geeignet sind. Zum Beispiel können im Winter Teile in der Werkstatt vorgefertigt werden, die dann erst später zum Einsatz kommen.

Was ist eine Schlechtwetterkündigung?

Eine Schlechtwetterkündigung ist, wie bereits gesagt, nicht für Azubis zulässig. Doch auch für dich wird die Ausbildungszeit irgendwann vorbei sein. Im Gegensatz zu Azubis kann im Maler- und Lackiergewerbe nämlich eine sogenannte Schlechtwetterkündigung ausgesprochen werden. Dies bedeutet, dass das Arbeitsverhältnis für eine Zeit von bis zu vier Monaten beendet und im Anschluss wiederaufgenommen wird. Laut Gesetzt darf dies nur zwischen dem 15. November und 15. März geschehen. In dieser Zeit steht dir Arbeitslosengeld I oder II zu.

Wer bekommt Saison-Kurzarbeitergeld?

Das Saison-Kurzarbeitergeld soll dich vor einem Gehaltsausfall schützen. Wenn du also deutlich weniger arbeitest, stockt der Staat dein Gehalt soweit auf, dass du gut durch den Winter kommst. Gezahlt werden darf es ausschließlich in der Zeit zwischen dem 1. Dezember und 31. März. Auch hier gilt: Betroffen sind nur ausgelernte Mitarbeiter, aber keine Azubis.

 

Titelbild: Petar Petkovski/unsplash.com

Junge im Schnee:Alice Donovan Rouse/unsplash.com

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