Im Kleinbetrieb mit dem Hoodie zur Arbeit, während der Dresscode des Konzerns den Anzug vorschreibt. Den Chef mit einem High Five begrüßen oder dem Büro-Kollegen am Morgen händeschüttelnd begegnen. Und da wäre noch der Bewerbungsprozess, der im Konzern tausend Jahre dauert? Von Entwicklungschancen bei der Masse an Konkurrenz ganz zu schweigen? Muss nicht sein! Lukas und Emily, die zwei unterschiedliche Wege eingeschlagen haben, verraten uns, dass man bei der Ausbildungswahl nicht rein auf Klischees vertrauen, aber auch nicht ganz ignorieren sollte.

Im Hoodie ins Büro – Lukas‘ Ausbildung im Kleinunternehmen

Hey, ich bin Lukas und 18 Jahre alt. Ich bin gerade im dritten Jahr meiner Ausbildung zum Fachinformatiker. In unserem kleinen Unternehmen sind wir insgesamt 15 Leute. Neben mir gibt es noch zwei andere Azubis, einen Systeminformatiker und einen IT-Systemelektroniker. Was ich besonders cool finde: Neben meinem Fachgebiet bekomme ich auch extrem viele Einblicke in die anderen Geschäftsbereiche. Wir sind nicht gerade viele – da hilft man sich immer mal wieder hier und da und muss als ganzes Team funktionieren. Dadurch haben wir im Team wirklich einen krassen Zusammenhalt. Mit Paul, meinem Chef, komme ich sehr gut klar. Wenn ich zum Beispiel ein Tool umprogrammieren will, geh ich eben zu seinem Büro rüber, sprech das ab und los geht’s. Im Großen und Ganzen ist die Stimmung bei uns sehr locker.

Ich kann bequem in meinem Kapuzenpulli sitzen und Software programmieren, im Team an größeren Projekten mitmachen und Rechnersysteme für hunderte von Kunden aufsetzen – Beine hochlegen ist hier also nicht!

Ach ja, Paul hat mir vor ein paar Tagen gesagt, dass ich nach der Ausbildung übernommen werde, darüber freue ich mich total! Nun ja, zum neuen Chef werde ich wohl eher nicht, aber ich kann sagen, dass ich hier extrem viel lerne und mich von Anfang bis heute auf jeden Fall fachlich stark entwickelt habe.

Wer war noch gleich dieser Chef? – Emilys Ausbildung im Konzern

Hi, mein Name ist Emily und ich bin 17 Jahre alt. Ich mache gerade in einem Energiekonzern meine Ausbildung zur Industriekauffrau. Ich bin erst letztes Jahr eingestiegen – und hatte einen verrückten Start: Das Azubi-Willkommens-Event war der Hammer! Ich weiß gar nicht mehr genau, wie viele Azubis da waren, aber wir wurden am Event-Tag komplett rumgeführt und haben verschiedene Workshops gemacht, um den Konzern besser kennenzulernen. Bei der hohen Mitbewerberzahl bin ich echt froh, dass ich genommen wurde und die Ausbildung zur Industriekauffrau machen kann. Ich habe sogar relativ schnell eine Zusage bekommen – Assessment Center und lange Bewerbungsprozesse? Fehlanzeige. Und: Die Bezahlung ist auch nicht gerade von schlechten Eltern. Mit meinen direkten Büro-Kollegen versteh ich mich übrigens super!

Wer denkt, hier laufen nur schnöselige Bürokraten rum – falsch gedacht.

Okay, zugegeben: Viele, denen ich am Tag über den Weg laufe, kenne ich natürlich immer noch nicht beim Namen. Bei einem so riesigen Konzern verliert man doch mal schnell den Überblick. Und ja, auch unseren Geschäftsführer sehe ich tatsächlich nicht jeden Tag.

Die Aufgaben sind bei uns sehr klar aufgeteilt: Jeder ist für seinen speziellen Fachbereich zuständig. Ich muss sagen, dass der Umfang meiner Aufgabengebiete noch recht klein ist, aber das wird sich sicherlich noch ändern. Ich werde während meiner Ausbildung noch an unterschiedlichen Standorten eingesetzt, um das große Ganze zu erleben – worauf ich mich schon total freue! Ich möchte so viel wie möglich dazulernen, um nach meiner Ausbildung im Unternehmen aufzusteigen – das habe ich mir zum Ziel gemacht. Das ist natürlich nicht so einfach, wenn du bedenkst, dass du in so einem Riesenkonzern schnell untergehen kannst. Aber mit meinem großen Mundwerk wird mir das nicht passieren. Wer hier nach oben will, muss sich auch in den Vordergrund stellen können.

Ja, was denn jetzt?

Du siehst: Klischees kommen nicht von ungefähr. Allerdings muss auch nicht alles stimmen, was du zu hören bekommst. Sowohl Konzerne als auch kleine Betriebe haben ihre Vor- und Nachteile – welcher Ort der richtige für dich ist, liegt jetzt an dir. Was erwartest du von einer Ausbildung? Was sind deine Ziele? Wohin möchtest du? Du allein entscheidest, wo es langgeht! Entscheidungshilfe gefällig? Verschaff dir bei uns einen Überblick über alle Unternehmen, die eine Ausbildung anbieten.

Bildquellen:

Titelbild: Alex Jodoin/stocksnap.io

Junge im Hoodie: Jeremy Thomas/unsplash.com

Junge Frau: Brodie Vissers/stocksnap.io

Junge auf Highway:Jeremy Bishop/unsplash.com

Teilen: