Nein, beim Schreiben der Überschrift ist keine Katze über die Tastatur gelaufen, versprochen. Die vier kleinen Worte sind Abkürzungen für die vier Formen des Freiwilligen Jahres. Dieses „Jahr“ kann zwischen sechs und achtzehn Monate dauern. Das sieht dann so aus, dass du dich nach der Schule oder auch später zunächst einmal bei einem entsprechenden Träger um eine Stelle bewirbst. Diese sollte in einem Bereich sein, der dich interessiert. Ein Freiwilliges Jahr darfst du im Alter von 16 bis 27 machen, es ist also auch noch nach der Ausbildung möglich. Da es freiwillig ist, bekommst du kein Gehalt. Dafür bist du aber sozialversichert, hast (wenn du noch nicht zu alt dafür bist) Anspruch auf Kindergeld und bekommst ein kleines Taschengeld. Wenn nötig, werden dir auch Zuschüsse zu Unterkunft und Verpflegung gezahlt, was besonders dann interessant wird, wenn du das Jahr nicht in deiner Heimatstadt oder sogar im Ausland absolvierst.

Das Jahr für Soziale

Am ältesten und bekanntesten ist das FSJ, das Freiwillige Soziale Jahr. Wenn du gern mit Kindern arbeiten möchtest, solltest du dich nicht im Altenheim bewerben, sondern natürlich in einer Einrichtung mit Kindern. Dabei kannst du dich für die unterschiedlichsten Bereiche bewerben: Sportvereine, Krankenhäuser, Behinderteneinrichtungen, Sozialdienste, Jugendarbeit und Politik- oder Kirchenverbände. In der Einrichtung, bei der du dich beworben hast, arbeitest du dann aktiv mit und zwar etwa 38 bis 40 Stunden pro Woche. Dabei lernst du den von dir ausgesuchten Bereich kennen und kannst Erfahrungen sammeln, die dir beispielsweise die Entscheidung für einen bestimmten Beruf erleichtern. Neben der Arbeit wirst du aber auch noch an Seminaren teilnehmen und zwar an mindestens 25 Tagen im Jahr. In diesen Seminaren sprichst du mit Betreuungspersonen und anderen FSJler/-innen über deine Erfahrungen, lernst viel über dein Tätigkeitsfeld und kannst deine Fähigkeiten verbessern, indem du dich mit den Anderen austauschst. Wie viele Ausbildungen beginnt übrigens auch das FSJ jährlich zum 01. September.

Das Jahr für Ökologische

Wenn du aber eher umweltbewusst und ökologisch interessiert bist, könnte das FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) etwas für dich sein. Im Grunde genommen funktioniert es genauso wie das FSJ, jedoch ist auch hier der Name Programm. Denn im FÖJ kannst du erfahren, wie und wo du ökologische Berufsfelder finden kannst und auch selbst schon den Grundstein zu deiner Karriere in dem Bereich legen. Das FÖJ ist tatsächlich immer 12 Monate lang und beginnt jährlich am 1. August. Du kannst dich bei regionalen Landschaftsverbänden über die Betriebe informieren, die das FÖJ anbieten. Die meisten FÖJ-Stellen werden im Landschaftsbau oder der Landschaftspflege, in der Landwirtschaft, dem technischen Umweltschutz, der Umweltbildung oder der Öffentlichkeitsarbeit bzw. Verwaltung angeboten. Auch hier kannst du dich für den Bereich bewerben, der dich interesiert und lernst vieles, das dir in deinem späteren Leben weiterhilft.

Das Jahr für Kulturelle

Das FKJ wird auch FSJ Kultur genannt, es ist nämlich ein Freiwilliges Kulturelles Jahr. Du kannst dich entscheiden, ob du in der kulturellen Bildungsarbeit aktiv werden möchtest, also z.B. in Museen Führungen anbietest, bei Theaterworkshops mitarbeitest oder lieber selbst kreativ oder handwerklich arbeitest, sei es indem du Musik machst, Theater spielst oder bei dem Bau einer Ausstellung mithilfst. Du kannst ansonsten aber auch in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, im Projektmanagement oder in der Forschungsarbeit tätig werden: Die Anzahl an kulturellen Einrichtungen, die sich über Freiwillige freuen ist nahezu unbegrenzt. Mach‘ dir also Gedanken über deine persönlichen Interessen und suche dir den passenden Betrieb raus. Das FJD könnte man wohl auch in den kulturellen Bereich einordnen, denn FJD steht für Freiwilliges Jahr (in der) Denkmalpflege. Anbieter dafür wären u.a. Museen, Handwerksbetriebe. Architekturbüros oder Behörden der Denkmalpflege.

Puh, bei so vielen Bereichen ist es gar nicht so leicht, sich zu entscheiden. Falls du noch unentschlossen bist, was du beruflich machen willst oder noch keine Ausbildungsstelle gefunden hast, bieten all diese Freiwilligen Jahre dir tolle Möglichkeiten zur Orientierung. Nur so als Tipp 😉

Bildquelle Titelbild:© William Perugini | Thinkstock

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