Astronaut, Feuerwehrmann, Pilot oder Ärztin – hatten wir früher nicht alle einen Traumberuf? Viele geben diesen später auf, während andere ihrem Traumberuf treu geblieben sind. Doch wie wahrscheinlich ist es, dass man später tatsächlich genau diesen Berufswunsch auch ausübt? Wo kommen diese frühen Berufswünsche eigentlich her? Und sind sie wirklich perfekt für uns?

Als Kind wollte ich immer Postbote werden…

Jetzt seien wir mal ehrlich: Wer konnte sich als Kind schon was unter der Arbeitswelt vorstellen? Ich wollte damals zum Beispiel immer Postbote werden. Dabei ist der Grund absolut bescheuert. Ich dachte immer, dass Postboten nur ein paar Stunden am Tag arbeiten müssen – eben dann, wenn sie die Post verteilen. Später habe ich dann natürlich realisiert, dass zum Postboten-Job viel mehr gehört und ich habe meinen Traum aufgegeben. (Wer wäre sonst auch nicht gerne Postbote geworden?)

Andere dachten, sie hätten eine unglaublich tolle Stimme und dass sie Sänger/-in werden könnten – jedenfalls bis sie das erste Mal eine Aufnahme ihres Gesangs hörten

Berufswünsche aus der Kindheit sind also eine Sache für sich. Natürlich ist es cool solche Ziele zu haben, aber die Vorstellung von dem Beruf sollte auch wirklich mit der Realität übereinstimmen. Berufswünsche bei Kindern entstehen meiner Meinung nach auf zwei möglichen Wegen:

  1. Falsche Vorstellungen: Du entwickelst als Kind eine falsche Vorstellung von dem Beruf und hast ihn deshalb zu deinem Traumjob auserkoren (Beispiel: Postbote).
  2. Vorbilder: Du hast ein bestimmtes Vorbild, das diesen Beruf ausübt, und deswegen hast du dir das Ziel gesetzt, ebenfalls diesen Beruf zu lernen. In vielen Fällen kommen hier die Eltern ins Spiel, aber manche wollen auch Detektiv werden, weil sie die Trovatos so cool finden.

Als Kind war mein Traumberuf Regisseur

Traumberufe im Realitätscheck

Kurz gesagt: Viele unserer Berufswünsche als Kind entstehen nur deswegen, weil in unseren Köpfen ein sehr vereinfachtes Bild von Berufen und der Arbeitswelt existiert. Davon mal abgesehen, dass keiner wirklich wusste, was man dafür alles tun muss. Arzt zu sein ist sicher cool, aber es dauert fast zehn Jahre bis man soweit ist! Doch wie findet man jetzt heraus, ob der Traumberuf aus der Kindheit wirklich auch heute noch der Richtige ist? Unterzieh deinem Traumberuf doch einfach mal einen Realitätscheck:

  •  Kannst du deine Stärken einbringen?
  • Passen dir die Arbeitszeiten? Könntest du zum Beispiel mit Wochenendarbeit leben?
  • Kannst du deinen Traumberuf auch in deiner Nähe erlernen? Wärst du bereit umzuziehen?
  • Ist der Berufsalltag wirklich so, wie du ihn dir vorstellst?

Und wie finde ich das alles heraus??

  • Du kannst dir zum Beispiel Videos auf Youtube oder Dokumentation
    en angucken
  • Les dir Erfahrungsberichte von Auszubildenden oder alten Hasen durch
  • Rede auf Jobmessen mit Experten oder mit einem Berufsberater
  • Schau dir unsere Ausbildungsprofile an oder mach den Berufsscheck

Warum ich kein Postbote, sondern Online-Redakteur geworden bin

Offensichtlich hat mein Traumberuf den Realitätscheck nicht bestanden. Allerdings hätte ich auch niemals erwartet, später einmal in einer Online-Redaktion zu sitzen, zu schreiben und über meinen Berufswunsch als Kind zu philosophieren – manchmal kommt es eben anders als man denkt! Der Kindheitstraum muss nicht immer der wirkliche Traumberuf sein. Zwar gibt es bestimmt Menschen, die sich den Kindheitstraum erfüllt haben und jetzt genau das machen, was sie schon immer wollten – aber sicher trifft das nicht auf die Meisten zu. Oft findet man erst im Laufe seines Lebens heraus, worin man Talent hat und was einem letztendlich Spaß macht – so war es zum Beispiel bei mir! Probiere also ruhig verschiedene Sachen aus, informiere dich gut und ich bin sicher, auch du wirst den passenden Ausbildungsberuf für dich finden.

Titelbild©Monkey Business Images/Shutterstock

Retropostbote©studiostoks/shutterstock.com

Regisseur©LuckyImages/shutterstock.com

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